Heute 29. Februar - 2016 ein Schaltjahr

Ein Schaltjahr kann einem unmöglich entgehen, am alle vier Jahre eingefügten 29. Februar merkt man es. Aber warum braucht man ein Schaltjahr? Und ist es mit einem 29. Februar schon getan?

Ein Kalender ist immer ein Kompromiss.

Ein Tag ist durch eine vollständige Umdrehung der Erde festgelegt. Würde die Erde bei einem vollen Umlauf um die Sonne exakt 365 Umdrehungen machen, hätte jedes Jahr genau 365 Tage und jedes neue Jahr würde exakt am  1. Januar um 0 Uhr beginnen.

So gerne wir die Natur mit Mathematik beschreiben, so wenig schert sie sich darum, dass wir am liebsten einfache und gerade Zahlenwerte hätten. Um einmal unser Zentralgestirn zu umrunden, benötigt die Erde nämlich 365,2422 Umdrehungen um ihre eigene Achse, also knapp einen Viertel Tag mehr pro Jahr.

Das wusste man schon im alten Rom. Der berühmte Julius Cäsar ließ daher im Jahre 45 v. Chr. den nach ihm benannten Julianischen Kalender einführen, der alle vier Jahre Ende Februar ein zusätzlichen Tag einfügte, den 29. Februar. 2012 ist wieder ein solches Schaltjahr.

Drei Jahre 365 Tage, dann einmal 366 Tage heißt: Ein julianisches Jahr hat im Mittel 365,25 Tage. Das ist jedochclock-465874_960_720 etwas mehr als die von der Natur diktierten 365,2422 Tage. Der 1. Januar beginnt so jedes Jahr einige Minuten später.

Im Laufe der Jahrhunderte liefen kalendarisches und astronomisches Jahr immer weiter auseinander. Insbesondere die eigentlich streng an der Himmelsmechanik festgemachte Osterzeit (1. Vollmond im Frühjahr) verschob sich mehr und mehr Richtung Winter.

Im 16 Jh. analysierten Astronomen die Abweichungen von Sonnen- und Kalenderjahr erneut und stellten weitere Regeln auf: Ist das Jahr noch glatt durch 100 teilbar, also alle vollen Jahrhunderte, so gibt es kein Schaltjahr. Lässt sich die Jahreszahl aber durch 400 ohne Rest teilen, soll es ein Schaltjahr geben. Diese Berechnung ist genauer.

Papst Gregor ließ diese Erkenntnisse im Gregorianischen Kalender in die Praxis umsetzen und sogleich die seit Christ Geburt aufgelaufenen 10 überflüssigen Tage streichen: Auf den 4. Oktober 1582 folgte sogleich der 15. Oktober. In 2000 gab es gemäß dieser Regel tatsächlich einen 29. Februar.

Verfährt man so, dann ist unser Kalender ziemlich gut mit dem astronomischen Jahr im Einklang Übrig bleiben nur noch minimale Abweichungen, die mit Schaltsekunden ausgeglichen werden. Im Mittel ist eine Extra-Sekunde alle 18 Monate nötig und wird in der Regel am 31. Dezember oder 30 Juni eingelegt. Die letzte Schaltsekunde gab es am 30 Juni 2015.

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